Experimentieren im Fernunterricht? Mithilfe der TI-Nspire™ CX Technologie durch den Lockdown

Posted 03/18/2021 by Fernanda Neri, Physik- und Chemie-Lehrerin, Escola Secundária de Amares, Portugal

Experimentieren im Fernunterricht? Mithilfe der TI-Nspire™ CX Technologie durch den Lockdown

03/18/2021 by Fernanda Neri, Physik- und Chemie-Lehrerin, Escola Secundária de Amares, Portugal

Für mich ist „Learning by doing“ besonders wichtig, denn so bekommen die Schülerinnen und Schüler ein echtes Verständnis für Physik und Chemie. Wann immer ich die Möglichkeit habe, gehe ich ins Labor, um wissenschaftliche Konzepte anhand praktischer Beispiele zu erklären – auch während des regulären Unterrichts. Als diese Möglichkeiten während des Lockdowns wegfielen, habe ich mit Hilfe der TI-Nspire™ CX Technologie Lösungen erarbeitet.

Fernanda Neri (vorne, rechts) und weitere Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Portugal während der Sharing Inspiration Konferenz 2019 in Brüssel.

Unter normalen Umständen teile ich für Experimente meine Schülerinnen und Schüler in Gruppen von etwa vier Personen ein. Wenn nicht ausreichend Material für alle Gruppen zur Verfügung steht, rotieren wir durch. Ein Teil beginnt das Experiment mit den vorhandenen Materialien, und der andere Teil arbeitetet an weiteren Aufgaben. Oder ich wende verschiedene Möglichkeiten zur Durchführung desselben Experiments an, so dass die Teilnehmenden mit unterschiedlichen Parametern dieselben Konzepte erlernen.

Da wir für Laboraktivitäten die TI-Nspire™ CX Technologie verwenden, kann ich Daten aus früheren Unterrichtsprojekten speichern. So habe ich Daten, die ich den Schülerinnen und Schülern für die Analyse zur Verfügung stellen kann, auch wenn sie mal selber keine Daten sammeln können. Diese Möglichkeit haben wir hin und wieder genutzt. Zum Beispiel, als eine Gruppe eine Titration durchführte, bei der sich der pH-Wert nicht veränderte. Alle fragten sich, was schief gelaufen war. Aber erst später wurde mir klar, dass sie den pH-Sensor nicht in die verriebene Flüssigkeit getaucht hatten. Glücklicherweise hatte ich einige vorab gespeicherte Daten, mit denen sie den Teil der Arbeit, der die Datenanalyse betraf, trotzdem durchführen konnten.

Im Jahr 2020 hielten wir unter Beachtung einiger neuer Regeln noch Präsenzunterricht in der Schule. Die Schüler mussten Abstand zueinander halten, und sie durften sich keine Geräte teilen. So musste ich mehr Demonstrationen durchführen, als ich es normalerweise tue. Dennoch konnte ich für einige Experimente Lösungen finden. In Chemie zum Beispiel habe ich die Schüler in Zweiergruppen eingeteilt, was erlaubt war. Da ich ständig die Geräte reinigte und darauf achtete, dass sie sich regelmäßig die Hände wuschen, konnte ich ihnen trotz der Umstände die Möglichkeit bieten, richtig zu experimentieren.

Im Fernunterricht

Als sich die Situation aufgrund der Pandemie verschlechterte, standen wir Lockdown und Schulschließungen gegenüber, weswegen ich die Hälfte der Zeit auf virtuellen Unterricht umstieg. Da meine private Internetverbindung viel schneller ist als das Internet der Schule, war es jetzt einfacher, Online-Ressourcen zu nutzen. Ich verwende beispielsweise Simulationen von Molekülen oder Atomen oder auch kurze Videos, die von den Schulbuch-Verlagen zur Verfügung gestellt werden. Auf diese Lektionen folgt dann eine Stunde eigenständiges Arbeiten, in der ich in der Online-Sitzung bleibe und den Schülerinnen und Schülern helfe, wenn sie etwas benötigen.

Das löst natürlich noch nicht das Problem, wie man Laborexperimente in der virtuellen Umgebung durchführen kann. Das mache ich so: Im Fernunterricht verwende ich die PublishView™ Funktion der TI-Nspire™ CX Premium Lehrer Software, um die Aufgabe und die Zielsetzung vorzustellen und Videos von verschiedenen Experimenten oder Simulationen zu zeigen. Das hilft den Schülerinnen und Schülern, sich das Experiment vorzustellen. Dann stelle ich ihnen die von mir gespeicherten Versuchsdaten zur Verfügung, damit sie ihre eigenen Analysen durchführen können, nachdem ich die Aufgaben an das tnsp-Format (TI-Nspire™-PublishView™-Dokumente) angepasst habe. Sie verwenden ihren Graphikrechner, um die Aufgaben zu lösen – genau so, wie sie es im Klassenzimmer auch tun würden. Für sie gibt es keine wesentliche Veränderung und sie haben immer noch das Gefühl, dass sie an praktischer Laborarbeit teilhaben. Der Graphikrechner ist besonders komfortabel, da er immer zur Verfügung steht, auch wenn die Schüler den Computer für andere Dinge benötigen, z. B. um meinem Unterricht zu folgen. Der Unterricht läuft gut und das Feedback meiner Schülerinnen und Schüler ist sehr positiv.

Im virtuellen Unterricht verwende ich die TI-Nspire™ CX Technologie tatsächlich sehr viel mehr, als ich es im Präsenzunterricht getan habe. Ich setze die Technologie als Whiteboard ein, um den Schülerinnen und Schülern alles zu erklären. Das ist die Grundlage meines Unterrichts, da ich keine digitale Tafel verwende. Für einige Unterrichtsaktivitäten ist sie sogar besser als ein Whiteboard, zum Beispiel da copy+paste ganz einfach geht und das Schreiben schneller ist als mit der Hand. Bei sehr theoretischen Themen ist TI-Nspire™ CX ebenfalls eine große Hilfe, da es Vorlagen gibt, in die ich einfach chemische Gleichungen, Formeln und mathematische Berechnungen schreiben kann. Auch die griechischen Buchstaben und die Einheitenumrechnung sind sehr hilfreich. Die TI-Nspire™ CX Technologie ist für mich ein absolutes Muss in meinem virtuellen Unterricht und hat stark dazu beigetragen, den Unterricht für die Schülerinnen und Schüler viel interessanter zu machen!

Gerne möchte ich anderen Lehrkräften helfen, die diesen Ansatz übernehmen und ihren virtuellen Unterricht dynamischer gestalten möchten. Deswegen habe ich meine Dateien in mehreren T3 Schulungen für Lehrerinnen und Lehrer zur Verfügung gestellt. Bitte kontaktieren Sie mich, wenn Sie mehr wissen möchten!

Laden Sie hier das 'Experiment zur kinetischen Energie mit TI-Nspire™ PublishView™' herunter (.tnsp, auf Portugiesisch)